Eine Abmahnung ist sowas wie die gelbe Karte für Arbeitnehmer: sie ist der Vorbote für eine drohende Kündigung, die dem Arbeitnehmers blüht, sollte er sein Verhalten nicht entsprechend anpassen. Für eine Abmahnung darf erstmal niemand gekündigt werden – dafür muss erst eine weitere, gleichartige Pflichtverletzung begangen werden. Es kann auch mehrmals abgemahnt werden, allerdings verringert sich dann die Wirkung der einzelnen Abmahnungen.

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Wie mahne ich als Arbeitsgeber meinen Arbeitnehmer am effektivsten ab?

Antwort: Im besten Fall überhaupt nicht. Abmahnungen sind Gift für das Arbeitsklima. Denken Sie als Arbeitgeber daran! Generell lässt sich sagen: ein Gespräch unter vier Augen kann Ihnen so manchen Ärger ersparen, den Sie mit einer Abmahnung heraufbeschwören. Ein einfühlsames Gespräch kann verlorenes Vertrauen zum Arbeitnehmer wieder aufbauen. Oft erledigt sich das Fehlverhalten so von allein. Eine Lohnerhöhung kann auch helfen, das Fehlverhalten zu kitten und beugt auch kleinen Sabotageakten vor (z. B. bewusstes oder unbewusstes zu langsames Arbeiten, bewusste oder unbewusste Schludrigkeit etc.).

Falls Gespräche aber nicht zum gewünschten Ergebnis geführt haben und gleichzeitig mehrere Fehlverhalte des Arbeitnehmers vorliegen, ist jeweils eine separate Abmahnung sinnvoll. So wird verhindert, dass die komplette Abmahnung ungültig ist, wenn ein Teilbereich nicht zutreffen sollte.

Wie reagiere ich als Arbeitnehmer auf eine Abmahnung?

Antwort: Am besten mit einer schriftlichen Gegendarstellung. Mündlich ist nicht verkehrt, allerdings sollten Sie sie auch immer schriftlich einreichen.  Ansonsten kann es vor einem etwaigen Arbeitsgericht schwierig werden, zu beweisen, dass Sie eine Gegendarstellung überhaupt abgegeben haben.

Wie muss eine Abmahnung aussehen?

  • Zuallererst muss natürlich genau formuliert werden, was für eine Verletzung der Arbeitspflicht vorliegt. Auch muss auf etwaige drohende Konsequenzen hingewiesen werden, sollte sich das Verhalten nicht bessern bzw. wiederholen: die Kündigung.
  • Klingt einfach, ist aber unbedingt einzuhalten: der Eingang der Abmahnung muss gewährleistet werden. Eine schriftliche Zustellung per Post ist zu empfehlen.
  • Die Begründung im Schreiben muss ausreichend sein. Wenn sich der Arbeitgeber auf mehrere Gründe stützt, sollten sie auch alle zutreffend sein. Sollte ein Grund nicht zutreffen, ist die gesamte Abmahnung ungültig. Idealerweise sollte daher für jede Pflichtverletzung eine separate Abmahnung erteilt werden.

Sie haben Fragen oder Beratungsbedarf zum Thema Abmahnung? Egal ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer: wir sind für Sie da. Kontaktieren Sie jetzt die Kanzlei Uhlemann!