Arbeitsverträge können unterschiedlichste Formen annehmen. Generell besteht immer eine sogenannte übereinstimmende Angebots- und Annahmeerklärung, sprich: Arbeit gegen Bezahlung. Arbeitsverträge können sowohl mündlich, als auch schriftlich bestehen. Bei mündlichen Arbeitsverträgen sind Streitigkeiten aber oft vorprogrammiert, da es selten Einigkeit über alle Eventualitäten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgebern gibt.

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Das muss in den Arbeitsvertrag:

  • Name und Anschrift der Vertragspartner
  • Beginn des Arbeitsverhältnisses
  • Arbeitsort
  • Arbeitszeit
  • Urlaub
  • Entgelt
  • Zulässige Arbeitszeit
  • Regelungen zur Kündigung, z. B. Kündigungsfristen
  • Tarifverträge, Dienst- und Betriebsvereinbarungen

Arten von Arbeitsverträgen

Man unterscheidet generell zwischen befristetem und unbefristetem Arbeitsvertrag. Darüber hinaus sind verschiedene Varianten möglich, wie Teilzeit, Minijob bzw. 400 Euro Job, freie Mitarbeit, Praktika, Probearbeiten.

Der unbefristete Arbeitsvertrag

Ein unbefristeter Arbeitsvertrag ist nicht auf eine bestimmte Dauer festgelegt. Er kann nur durch eine Kündigung einer der beiden Vertragsparteien oder durch einen Auflösungsvertrag enden.

Beendet werden kann ein unbefristeter Arbeitsvertrag durch eine ordentliche fristgerechte Kündigung – beachtet werden müssen die unterschiedlichen Kündigungsgründe (siehe Kündigung).

Eine fristlose Kündigung ist ebenfalls möglich – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Ob das Kündigungsschutzgesetz zur Anwendung kommen kann, klärt sich aufgrund der Länge der Beschäftigung: der Arbeitnehmer muss mindestens 6 Monate im Betrieb arbeiten, darüber hinaus muss der Betrieb mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigen. Für Arbeitnehmer, die vor dem 1. Januar 2004 bereits beim Unternehmen arbeiten, gilt der Kündigungsschutz schon bei mehr als 5 Mitarbeitern.

Der befristete Arbeitsvertrag

Ein befristeter Arbeitsvertrag ist nur schriftlich gültig. Er endet mit dem Ablauf einer vertraglich vereinbarten Frist. Mündliche Arbeitsverträge können dagegen immer nur unbefristet sein.

Bei der Befristung unterscheidet man zwischen Zweckbefristung (Erreichen eines bestimmten Ereignisses oder Zweckes) und Zeitbefristung (Arbeitsverhältnis endet an einem bestimmten Datum).

Befristet werden darf ein Arbeitsvertrag nur, wenn ein Sachgrund vorliegt. Zulässige Sachgründe sind gegeben, wenn:

  • Die Befristung zur Erprobung erfolgt z. B. Probearbeiten
  • Der Arbeitnehmer vorübergehend einen anderen Arbeitnehmer vertritt
  • die Eigenart der Arbeitsleistung die Befristung rechtfertigt
  • die Befristung im Anschluss an eine Ausbildung oder ein Studium erfolgt, um den Übergang des Arbeitnehmers in eine Anschlussbeschäftigung zu erleichtern
  • der betriebliche Bedarf an der Arbeitsleistung nur vorübergehend besteht
  • der Arbeitnehmer aus Haushaltsmitteln vergütet wird, die haushaltsrechtlich für eine befristete Beschäftigung bestimmt sind, und er entsprechend beschäftigt wird oder die Befristung auf einem gerichtlichen Vergleich beruht
  • in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe die Befristung rechtfertigen

Allerdings ist auch ohne Sachgrund eine Befristung möglich. Sie darf nur 2 Jahre nicht überschreiten.

Auch eine Kettenbefristung ist nur bis maximal zwei Jahre zulässig. Sollte Ihre Kettenbefristung länger bestehen – manche Verhältnisse bestehen weit länger als 2 Jahre – muss genau geprüft werden, ob wirklich ein Sachgrund vorliegt. Beträgt die Befristung 10 Jahre oder länger, lässt sich ein vorübergehender Arbeitsbedarf auf Seiten des Arbeitgebers nur noch schwer begründen. Das Arbeitsgericht kann unter diesen Umständen durchaus feststellen, dass in Wahrheit ein unbefristetes Arbeitsverhältnis besteht.

Generell gilt: Ist ein Arbeitsverhältnis unzulässig befristet worden, gilt der Arbeitsvertrag als unbefristet.

Was mache ich, wenn ich den Verdacht haben, dass meine Befristung
unwirksam sein könnte?

Hier bietet sich eine Klage vor dem Arbeitsgericht an – ob und wie es dazu kommt, klären sie am besten mit einem Anwalt. Kontaktieren Sie uns hierzu gern!

Zu beachten ist: Entfristungsklagen müssen innerhalb von 3 Wochen nach dem Ende des befristeten Arbeitsvertrages eingereicht werden, um vor dem zuständigen Amtsgericht eine Chance zu haben. Sollten Sie als Arbeitnehmer nach Ende der Befristung weiterhin zur Arbeit gehen und sollte der Arbeitgeber auch weiterhin Lohn zahlen, so gilt das Arbeitsverhältnis somit als auf unbestimmte Zeit verlängert.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Arbeitsrecht? Kontaktieren Sie Kanzlei Tobias Uhlemann!