Wie die Privatinsolvenz ist auch der Ablauf der Unternehmensinsolvenz durch die Insolvenzordnung geregelt. Eine außergerichtlicher Schuldenvergleich mit den Gläubigern ist bei einer Firmeninsolvenz nicht unbedingt erforderlich.

Die Firmeninsolvenz oder auch Unternehmensinsolvenz genannt, bietet juristischen Personen durch den Rahmen eines Regelinsolvenzverfahrens die Möglichkeit, ihre Schulden abzuwickeln und finanziell neu zu starten.

Handelt es sich bei einem von der Firmeninsolvenz bedrohten Unternehmen um eine Kapitalgesellschaft, so sind Unternehmen und Gesellschafter bei Zahlungsunfähigkeit, drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung dazu verpflichtet, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu beantragen.

Dies gilt für folgende Gesellschaften:

  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Unternehmergesellschaft (UG)
  • GmbH & Co KG
  • Aktiengesellschaft (AG)
  • KG
  • OHG
  • GbR

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Zahlungsunfähige oder überschuldete Kapitalgesellschaften sind verpflichtet, unverzüglich und ohne Verzögerung einen Insolvenzantrag zu stellen, sobald absehbar ist, dass sie zahlungsunfähig oder überschuldet sind. Eine Verschleppung der Insolvenz ist eine Straftat! Spätestens 3 Wochen nach Beginn der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung muss der Antrag dem jeweiligen Amtsgericht vorliegen. Es drohen Geld und Freiheitsstrafen. Nehmen Sie das als Inhaber einer Kapitalgesellschaft also auf keinen Fall auf die leichte Schulter!

Der Geschäftsführer ist zudem bei einer Verschleppung der Antragsstellung gegenüber seinen Gläubigern zu Schadensersatz verpflichtet – er kann hier sogar persönlich haftbar gemacht werden. Gibt es mehrere Geschäftsführer oder Vorstandsmitglieder, ist jeder einzelne dazu verpflichtet, ab Kenntnis einer drohenden Insolvenz den Insolvenzantrag zu stellen und macht sich bei Verschleppung ebenfalls strafbar.

Die letzten drei Rechtsformen fallen aber nicht unter juristische, sondern unter natürliche Personen: OHG, KG und GbR. Aber auch hier hilft ein Regelinsolvenzverfahren aus den Schulden und zu einem finanziellen Neuanfang. Es besteht allerdings keine Insolvenzantragspflicht. Oft kommt hier aber eine Ketteninsolvenz zum Tragen: wenn ein Gesellschafter insolvent ist, werden die weiteren persönlich haftenden Gesellschafter in Anspruch genommen. Wenn diese nicht zahlungsfähig sind, zieht das auch ihre Insolvenz nach sich.

Firmeninsolvenz – Ablauf

Mit dem Eröffnungsantrag hat der Schuldner ein Vermögensverzeichnis sowie eine Gläubigerübersicht einzureichen. Der Antrag auf Eröffnung der Unternehmensinsolvenz kann beim zuständigen Insolvenzgericht vom Schuldner selbst oder einem Gläubiger gestellt werden. Ein außergerichtlicher Einigungsversuch zwischen Schuldner und Gläubigern ist nicht zwingend erforderlich.

Das Insolvenzgericht beauftragt einen Sachverständigen mit der Prüfung der eingereichten Unterlagen. Dieser erstellt zudem ein Gutachten. Nach Vorlage des Gutachtens wird ein Insolvenzverwalter durch das Insolvenzgericht bestellt. Mit der öffentlichen Bekanntgabe der Insolvenzverfahrenseröffnung wird dem Schuldner ein Pfändungsschutz erteilt. Weitere Zwangsvollstreckungsmaßnahmen von Seiten der Gläubiger sind dann nicht mehr möglich.

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