Kündigt der Gerichtsvollzieher seinen Besuch an, dann gilt es, gut auf diesen Tag vorbereitet zu sein, um einen bestmöglichen Verlauf zu gewährleisten. Ruhe bewahren ist das oberste Gebot!

Einiges muss passiert sein bevor er überhaupt klingelt: ein gerichtliches Mahnverfahren ist schon in Gang und hat zu keinem Ergebnis geführt – der Gerichtsvollzieher ist oft die letzte Möglichkeit für die Gläubiger, noch an ihr Geld zu kommen. Überraschend klingelt der Vollzieher also nicht.

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KONTAKT

Wie verhalte ich mich richtig?

Doch keine Angst: beim ersten Besuch wird nichts mitgenommen und auch kein Kuckuck verteilt. Vielmehr dient der erste Kontakt als Vermittlungsversuch, um Pfändungen abzuwenden. Der Vollzieher wird versuchen mit Ihnen gemeinsam eine Lösung zu finden, z. B. die Vereinbarung von Ratenzahlungen, eine Teilentschuldung oder einen weiteren Aufschub der Zahlungen. Gleichzeitig verschafft sich der Vollzieher einen Überblick über die Wertgegenstände. Deshalb sind Sie beim ersten Besuch des Gerichtsvollziehers auch nicht verpflichtet, ihn in die Wohnung zu lassen.

Beim zweiten Besuch sieht das aber anders aus: zum einen wird der Vollzieher ankündigen, wann er kommt, er hinterlässt eine Nachricht in ihrem Briefkasten. Bleibt die Kontaktaufnahme auch beim zweiten Besuch des Vollziehers ohne Erfolg, darf allerdings die Wohnungstür aufgebrochen werden. Hierzu kommt nicht gleich die Polizei zum Einsatz, aber der Gerichtsvollzieher darf sich mit Hilfe eines Schlossers Zugang zu Ihrer Wohnung verschaffen. Die Kosten dafür müssen Sie zahlen.

Es ist daher ratsam, beim zweiten Besuch des Gerichtsvollziehers auf jeden Fall anwesend zu sein – es ist möglich den Termin vorab zu verschieben und gemeinsam mit dem Vollzieher abzustimmen. Nutzen Sie diese Möglichkeit! Vor allem: seien Sie möglichst nett zu ihrem Gerichtsvollzieher. Er macht schließlich nur seinen Job und zieht keinerlei Nutzen daraus, ihnen irgendetwas zu pfänden oder gar Ihre Wohnung aufzubrechen. Auch er würde das gern vermeiden.

Wann kommt es zur Zwangsvollstreckung?

Generell gilt: eine Zwangsvollstreckung ist nur unter bestimmten Umständen möglich. Wenn die Forderungen von Unternehmen oder Privatpersonen stammen, muss zuvor ein Mahnbescheid und ein Vollstreckungsbescheid oder Urteil zugestellt worden sein. In Ausnahmefällen kann der Vollzieher das Urteil auch persönlich mitbringen. Bei seinem ersten Besuch wird der Vollzieher wie gesagt aber noch keine Wertgegenstände pfänden. Er verschafft sich lediglich einen Überblick.

Gegen den Mahnbescheid können Sie innerhalb von 2 Wochen Widerspruch einlegen. Verpassen Sie diese Möglichkeit nicht! Nur so lässt sich noch der Besuch des Gerichtsvollziehers verhindern.

Beim zweiten Besuch verteilt er allerdings den Kuckuck auf vielen Ihrer Wertgegenstände – die sind dann aber nicht verloren, keine Angst! Vielmehr bedeutet dies, dass Sie nicht mehr frei darüber verfügen können. Meist haben sie ein paar Wochen Zeit, eine Lösung mit den Gläubigern zu vereinbaren, bevor die Gegenstände unter den Hammer kommen. Der Pfändungsaufkleber bedeutet: dieser Gegenstand ist für den Gläubiger reserviert. Fernseher und Radios dürfen nicht gepfändet werden, auch Bargeld nur zu einem bestimmten Betrag – Ihnen muss noch genug zum Leben bleiben. Der Gerichtsvollzieher wird sich aber eine Übersicht ihrer finanziellen Situation verschaffen – Lebensversicherungen z. B. kann er auflösen lassen. Sollte er den Kuckuck – also das Pfandsiegel – auf Ihre Gegenstände geklebt haben, dürfen Sie diese nicht entfernen. Das Entfernen der Siegel ist eine Straftat.

Gegenstände, die Sie für Job oder Studium benötigen, bleiben ebenfalls bei Ihnen, wenn Sie das beim zuständigen Gericht beantragen. In jedem Fall sollten sie kooperativ bleiben. Wenn Sie dichtmachen, die Kommunikation verweigern oder den Zutritt zur Wohnung verweigern, darf alles mitgenommen werden, was Sie nicht zum Leben benötigen: Zweitauto, Armbanduhr, Brieftasche, Smartphone. So weit muss es nicht kommen!

Der Gerichtsvollzieher ist Ihr Freund – nicht Ihr Feind!

Wenn Sie dem Gerichtsvollzieher eine Vermögensauskunft verweigern, kann er sie sogar verhaften lassen. Machen Sie auf keinen Fall wissentlich falsche Angaben – das fällt Ihnen früher oder später auf die Füße.

Stellen Sie sich vor: der Gerichtsvollzieher will auch keinen Stress mit Ihnen. Also arbeiten Sie mit ihm zusammen. Bei Verweigerung kommt der Vollzieher trotzdem zum Ziel, wenn Sie ihm keine andere Möglichkeit lassen. Zur Not mit Hilfe der Polizei.

Kooperation ist das beste Mittel in der Auseinandersetzung mit dem Gerichtsvollzieher. Sehen Sie ihn als Vermittler – und nicht als Feind. Wir helfen Ihnen gern bei Mahnbescheiden und Vollstreckungsbescheiden – Wenden Sie sich frühzeitig an uns! Kontaktieren Sie uns jetzt!