Wir erläutern im Folgenden, wie ein Insolvenzverfahren in groben Zügen abläuft. Die einzelnen Insolvenzgründe werden dargestellt und ihre Ermittlung in der Praxis verdeutlicht. Die gängigsten Sanierungskonzepte werden vorgestellt. Wir erläutern Ihnen den Unterschied zwischen Privat- und Firmeninsolvenz und geben Ihnen einen Überblick über mögliche Maßnahmen zur Sanierung.

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Firmeninsolvenz

Wann ist man insolvent?

Wer seine Rechnungen nicht mehr bezahlen und somit nicht mehr in der Lage ist, seine Gläubiger zu bedienen, der gilt als insolvent. Betrifft das Kapitalgesellschaften, spricht man von Firmeninsolvenz. Gläubiger sind alle, denen man Geld schuldet. Aus zwei Gründen kann die Insolvenz beantragt werden: Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung.

In Folge dessen muss an einen Insolvenzantrag beim Insolvenzgericht stellen. Ein Gericht prüft dann, ob die Insolvenz begründet ist und ob man überhaupt die Kosten eines Insolvenzverfahrens decken kann. Ist das nicht der Fall, wird man in ein örtliches Schuldnerverzeichnis eingetragen und aus dem Handelsregister gelöscht. Ist jedoch genug Firmenbesitz vorhanden, wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Dann erstellt ein Insolvenzverwalter eine Liste mit allen Vermögensgegenständen und basierend darauf einen Insolvenzplan. Es gibt 2 Möglichkeiten für das Unternehmen: Die Rettung, auch Sanierung genannt, oder die Auflösung.

Zahlungsunfähigkeit

Kann ich als Unternehmen meine Rechnungen nicht mehr zahlen, habe ich neben der Insolvenz, die sehr teuer werden kann (Gerichtskosten + Kosten für den Insolvenzverwalter), auch die Möglichkeit der außergerichtlichen Klärung. Ein Bankkredit kann helfen, die angehäuften Schulden zu bezahlen und den Unternehmensbetrieb wieder aufzunehmen, gesetzt den Fall, die Bank hält das Unternehmen für sehr wirtschaftsfähig und gewährt den Kredit in der Hoffnung, ihn auch getilgt zu bekommen.

Kommt kein Kredit in Frage, bleibt einerseits die Option, die Firma von einem anderen Unternehmen aufkaufen zu lassen (Übernahme) oder die Möglichkeit, dass die Gläubiger einen Teil der Schulden erlassen und vielleicht sogar in das Unternehmen investieren, um es zu retten. Sind auch diese Möglichkeiten ausgeschöpft, bleibt einzig die Insolvenz. Diese muss dann auch zwingend beantragt werden, da eine Verschleppung der Insolvenz strafbar ist.

In der Insolvenz wird das Unternehmen aufgelöst und der entstandene Erlös wird an die Gläubiger verteilt.

Privatinsolvenz

Wenn Privatpersonen ihre Schulden nicht mehr begleichen können, spricht man von Privatinsolvenz. Die private Insolvenz tritt, ähnlich wie bei der Firmeninsolvenz, bei zwei Gründen auf: Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung. Zahlungsunfähigkeit tritt ein, wenn der Dispo überlastet ist und kein weiteres Geld mehr vom Konto abgebucht werden kann. Bei der Überschuldung übersteigen die Schulden die Vermögenswerte des der Privatperson – selbst wenn sie den gesamten Besitz verkaufen würde, könnte sie ihre Schulden nicht abzahlen.

Nicht immer ist die Person selbst Schuld am Schuldenberg: Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung oder der Tod des Partners können leicht in eine finanzielle Notlage führen.

Die Privatinsolvenz ist oft die einzige Möglichkeit, sich von den Schulden zu befreien.

Droht Ihnen die Zahlungsunfähigkeit oder bekommen Sie Ihren Schuldenberg nicht mehr in den Griff? Dann sollten Sie unbedingt eine Beratung mit uns vereinbaren! Wir überblicken Ihre Situation und klären, ob anstatt eines Privatinsolvenzverfahrens eine außergerichtliche Schuldenbereinigung in Frage kommt.

Wenn die Zahlungsunfähigkeit bereits eingetreten ist, eine Einigung mit den Gläubigern keine Lösung verspricht bzw. unmöglich ist, hilft nur noch das Insolvenzverfahren.

Durch die Privatinsolvenz schützen Sie sich vor dem Gerichtsvollzieher, einer drohenden Pfändung und einer etwaigen Zwangsvollstreckung.

Ein zusätzliches Pfändungsschutzkonto, ein sogenanntes P-Konto, sorgt dafür, dass Ihnen als Schuldner ein pfändungsfreies Einkommen zusteht, dass Ihnen ermöglicht, weiterhin am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Eine vorzeitige Restschuldbefreiung ist ebenfalls möglich. Ein normales Insolvenzverfahren ist nach 6 Jahren abgeschlossen. Dann wären Sie als Schuldner komplett schuldenfrei. Diese Zeit lässt sich aber auch auf 3 Jahre verkürzen, wenn sie in diesem Zeitraum 35 Prozent der Schulden getilgt und die Verfahrenskosten bezahlt haben.

Ohne Privatinsolvenz dürfen die Gläubiger 30 Jahre lang bei Ihnen pfänden!

Nichtsdestotrotz ist ein Insolvenzverfahren ein langwieriger Prozess, während dem Sie keine neuen Verträge (z. B. Auto oder Handy) abschließen können. Dennoch ist Ihnen ein Leben auf Existenzminimum gesichert.

Durch das Insolvenzverfahren ist nach 6 Jahren ein finanzieller Neustart möglich, nach 3 weiteren Jahren werden auch sämtliche Schufa-Einträge beseitigt.

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