Allgemein gilt: kündigen darf nur der, der dazu auch berechtigt ist. Also im Falle des Arbeitgebers der Personalchef, der Firmenchef, aber nicht unbedingt: der Teamleiter und schon gar nicht der normale Arbeitskollege. Auf Arbeitnehmerseite ist das einfacher und selbsterklärend: nur der Arbeitnehmer darf für sich selbst kündigen, niemand sonst. Generell unterscheidet man also zwei Arten der Kündigung: durch den Arbeitgeber oder den Arbeitnehmer.

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Kündigung durch den Arbeitgeber:

Es kann ordentlich gekündigt werden, d. h. unter Einhaltung der im Arbeitsvertrag oder per Gesetz festgelegten Frist. Allerdings kann auch unter bestimmten Voraussetzungen außerordentlich gekündigt werden. Dazu gehört auch die fristlose Kündigung. Dazu später mehr.

Die Gründe des Arbeitsgebers für eine Kündigung können vielfältig sein: es gibt die personenbedingte, die verhaltensbedingte und die betriebsbedingte Kündigung.

Die personenbedingte Kündigung

Personenbedingt ist eine Kündigung nur, wenn der Arbeitgeber aufgrund seiner individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften die verlangte Arbeitsleistung nicht mehr erbringen kann.

Folgende Voraussetzungen müssen für eine personenbedingte Kündigung erfüllt sein:

  • Es muss eine erhebliche Beeinträchtigung der wirtschaftlichen und betrieblichen Interessen des Arbeitgebers kommen.
  • Es muss ausgeschlossen sein, dass der Arbeitnehmer in einer anderen Position im Betrieb weiterarbeiten kann
  • Eine Interessensabwägung ist nötig: der Arbeitgeber muss seine wirtschaftliche Beeinträchtigung durch eine weitere Beschäftigung des Arbeitnehmers nachweisen. Auf Seiten des Arbeitsnehmers muss geschaut werden, wie die bisherige Anstellung verlief, wie lange sie schon besteht und inwiefern seine individuellen Fähigkeiten beeinträchtigt sind.

Nur wenn alle 3 Punkte erfüllt sind, ist eine personenbedingte Kündigung gültig.

Es ist für eine personenbedingte Kündigung keine Abmahnung erforderlich – in der Regel kommt der Arbeitnehmer in eine Situation, die er nicht „verschuldet“ hat, z. B. aufgrund einer Krankheit. Die personenbedingte Kündigung hat nichts mit dem „Verhalten“ des Arbeitnehmers zu tun, sondern mit dem Verlust seiner Fähigkeiten, die für seine Arbeit nötig sind.

Die verhaltensbedingte Kündigung

Verhaltensbedingt kann einem Arbeitgeber durch exzessives Zuspätkommen, Diebstahl, Unterschlagung, Bedrohung, unverhältnismäßiges verspätetes Krankmelden oder Beleidigung gekündigt werden.

In den meisten Fällen wurde der Arbeitnehmer hier zuvor abgemahnt. Anders verhält es sich bei der verhaltensbedingten Kündigung: hier wurde im Regelfall zuvor abgemahnt, sofern es sich nicht um schwerere Straftaten handelt.

Wenn Ihnen als Arbeitnehmer verhaltensbedingt gekündigt wurde, kann sich das negativ auf den Bezug von Arbeitslosengeld auswirken. Es kann bis zu 12 Wochen gesperrt werden.

Zudem ist abzuwägen, ob nicht eine Kündigungsschutzklage zu erheben ist – diese muss allerdings innerhalb von drei Wochen beim jeweiligen Amtsgericht eingegangen sein.

Klären Sie mit uns, ob eine verhaltensbedingte Kündigung vorliegt und was Sie dagegen unternehmen können: Kontaktieren Sie uns jetzt!

Die betriebsbedingte Kündigung

Eine betriebsbedingte Kündigung kann gerechtfertigt sein, wenn:

  • außerbetrieblichen Umstände es erfordern, z. B. Umsatzrückgang oder Auftragsmangel
  • innerbetrieblichen Umständen vorliegen wie Produktionsänderungen oder Rationalisierungsmaßnahmen
  • der Arbeitgeber die bisherigen Tätigkeiten des Arbeitsnehmers durch einen freien Unternehmer ausführen lassen möchte

Durch das Kündigungsschutzgesetz ist festgelegt, dass eine Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers auf einem anderen Arbeitsplatz im Unternehmen nicht möglich ist. Ist das doch der Fall, ist die betriebsbedingte Kündigung ungültig. Der Arbeitgeber muss allerdings keine neuen Arbeitsplätze hierfür schaffen, sondern lediglich prüfen, ob der zu kündigende Arbeitnehmer nicht an einer anderen Stelle im Unternehmen weiterarbeiten kann.

Der Arbeitgeber muss vor dem Arbeitsgericht beweisen, dass die betriebsbedingte Kündigung unvermeidbar war. Sie darf nur ein letztes Mittel sein.

Der Arbeitgeber ist bei der Kündigung aber dazu verpflichtet, eine Sozialauswahl durchzuführen: er muss bei der Auswahl der Arbeitnehmer eine ggf. vorhandene Schwerbehinderung, Unterhaltspflichten. Alter und Dauer des Arbeitsverhältnisses berücksichtigen.

Ein Bespiel: einem seit 3 Jahren beschäftigten ledigen Arbeitnehmer kann eher gekündigt werden als einer seit 7 Jahren beschäftigten, 2-fachen Mutter.

Ich wurde betriebsbedingt gekündigt – was kann ich tun?

Am besten erheben Sie Kündigungsschutzklage – aber nicht, ohne vorab einen Anwalt eingeschaltet zu haben. Wir erörtern gemeinsam mit Ihnen, ob sich ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht lohnt. Bei Fragen zum Thema Arbeitsrecht: Kontaktieren Sie uns jetzt!